Kontrolle von Trinkwasser

Trinkwasser besteht aus vielen Komponenten, von denen wir nicht immer alle bedenken, wenn wir es in der Produktion, im privaten Bereich oder z. B. in Kantinen und Industrieküchen verwenden. Nachfolgend haben wir einige der wichtigsten Faktoren und Grenzwerte hervorgehoben:

Farbwert

Ein hoher Farbwert zeigt, dass das Wasser nicht klar ist, sondern einen gelblichen Ton hat. Dies liegt typischerweise an einem hohen Gehalt an organischem Material wie Humus, was sich auch in einem hohen NVOC-Wert in der Analyse widerspiegelt.

Grenzwerte für den Farbwert:

  • Am Ausgang des Wasserwerks: max. 5 mg Pt/l, bis zu 10 mg Pt/l bei Humusfärbung zulässig.
  • Im Versorgungsnetz: max. 15 mg Pt/l.


Trübung

Trübung wird in FTU (Formazin Turbidity Units) gemessen und zeigt die Wolkigkeit des Wassers an. Hohe Trübung kann feine Partikel anzeigen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Erhöhter Eisen- oder Mangangehalt kann ebenfalls zu erhöhter Trübung führen.

Grenzwerte für Trübung:

  • Am Ausgang des Wasserwerks: max. 0,3 FTU.
  • Im Versorgungsnetz: max. 1 FTU.


Geruch und Geschmack

Trinkwasser soll gut schmecken und geruchlos sein, also relativ neutral riechen. Dies wird in der Wasseranalyse subjektiv bewertet.


Elektrische Leitfähigkeit

Die elektrische Leitfähigkeit zeigt den Gehalt an gelösten Salzen im Wasser und dient als schnelle Kontrollmethode für den Salzgehalt.

Grenzwerte für elektrische Leitfähigkeit:

  • Am Ausgang des Wasserwerks und im Versorgungsnetz: mindestens 30 mS/m.


Magnesiumgehalt

Magnesium trägt zusammen mit Kalzium zur Wasserhärte bei. Ein zu hoher Magnesiumgehalt kann den Geschmack beeinträchtigen und leicht abführend wirken.

Grenzwerte für Magnesium:

  • Am Ausgang des Wasserwerks und im Versorgungsnetz: max. 50 mg Mg/l.


Gesamthärte

Kalzium und Magnesium bestimmen die Gesamthärte des Wassers: Hohe Werte ergeben hartes, niedrige weiches Wasser. Die Härte wird in deutschen Härtegraden (°dH) angegeben.

Klassifikation:

  • 0°–4° dH: sehr weich
  • 4°–8° dH: weich
  • 8°–12° dH: mittelhart
  • 12°–18° dH: ziemlich hart
  • 18°–30° dH: hart
  • Über 30° dH: sehr hart


Eisengehalt

Eisen soll in der Wasseraufbereitung möglichst entfernt werden, da es Ablagerungen, Wäscheprobleme und schlechten Geschmack verursacht. Hohe Eisenwerte sind selten gesundheitsschädlich, können aber das Wachstum von Eisenbakterien fördern.

Grenzwerte für Eisen:

  • Am Ausgang des Wasserwerks: max. 0,1 mg Fe/l.
  • Im Versorgungsnetz: max. 0,2 mg Fe/l.


Mangangehalt

Mangan tritt oft zusammen mit Eisen auf und verursacht ähnliche, wenn auch geringere Probleme. Aufbereitetes Wasser sollte völlig manganfrei sein.

Grenzwerte für Mangan:

  • Am Ausgang des Wasserwerks: max. 0,02 mg Mn/l.
  • Im Versorgungsnetz: max. 0,05 mg Mn/l.


Mikrobiologische Parameter

Coliforme Bakterien gelten als Indikatoren für Verunreinigungen, da sie häufig zusammen mit pathogenen Bakterien auftreten. Ihr Nachweis erfordert weitere Analysen.

Escherichia coli (E. coli) im Trinkwasser weist auf eine frische Verunreinigung und ein Risiko für Krankheitserreger hin.

Koloniezahlen bei 37 °C und 22 °C messen pathogene bzw. nicht-pathogene Bakterien, jeweils mit spezifischen Grenzwerten am Ausgang des Wasserwerks und im Versorgungsnetz.